Gottesdienst zuhause feiern am 05.07.2020
Quelle: EKD

Gottesdienst zuhause feiern am 05.07.2020

Wochenspruch Gal. 6,2:
Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Psalm des Sonntags: 42 i.A.
Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser,
so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?
Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?
Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er mir hilft.
Am Tage sendet der HERR seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens.
Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Lied des Sonntags: EG 669 Herr, gib mir Mut

Predigttext zu diesem Sonntag: Röm. 12, 17-21
Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.
Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5. Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.« Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, so gib ihm zu essen; dürstet ihn, so gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« (Sprüche 25,21-22). Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Erläuternde Gedanken
Am 4. Sonntag nach Trinitatis sollen wir über das Thema Rache nachdenken. Dass Gott kein rächender Gott, sondern ein barmherziger und den Menschen auf den richtigen Weg weisender Gott ist, machen Zitate aus dem Ersten Testament deutlich. Dass Rachegelüste menschlich sind und sich Menschen davor fürchten, dass an ihnen Rache vollzogen wird, das kennt auch Paulus. Er stellt diesem eine Ethik gegenüber, in der es auf eine friedvolle Haltung und mutiges, angstfreies und das Böse überwindendes Handeln ankommt. Eine solche Haltung ist fürsorglich für den und die andere, aber auch für jede/n selbst. Zugleich vollzieht sich darin wahre Nachfolge, es ist eine christliche und zugleich historische Antwort auf die beständige Zuwendung des einen Gottes zu den Menschen, die auf Abwegen immer wieder zu ihm um- und zurückkehren können.

Gebet zum Tag
Wenn ich morgens aufstehe, begegne ich einem taufrischen Tag, und ich spüre: Den hat Gott mir geschenkt. Abends singe ich zuweilen ein Lied, das tut gut, und ich bete.
Ich sage zu Gott, der mich trägt: Hast Du mich vergessen?
Warum frage ich das nur? Warum bin ich dann so unruhig?
Ich habe Zeit und Geduld und werde Gott immer danken, dass Er mir ein Ziel gibt und zu mir hält. Amen (nach P. Spangenberg)