Gottesdienst zuhause feiern am 11. Sonntag nach Trinitatis, 23.08.2020

Gottesdienst zuhause feiern am 11. Sonntag nach Trinitatis, 23.08.2020

Wochenspruch 1. Petrus 5:
„Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.”

Lied des Sonntags: EG 395: Vertraut den neuen Wegen

Predigttext zu diesem Sonntag: Lukas 18,9-17
9 Er sagte aber zu einigen, die überzeugt waren, fromm und gerecht zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis:
10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
11 Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. 12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.
13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!
14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
15 Sie brachten auch kleine Kinder zu ihm, dass er sie anrühren sollte. Als das aber die Jünger sahen, fuhren sie sie an.
16 Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.
17 Wahrlich, ich sage euch: Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.

Erläuternde Gedanken
Predigt mit dem Zollstock. Liebe Gemeinde!
Wir sitzen in der Kirche mit gewissem Abstand. Dabei sind wir doch hier in Gottes Haus
Und Gott hat uns doch versprochen, dass er uns behütet auf allen unsere Wegen
Und alles ist nur dieser komische Virus schuld, den wir nicht sehen können
Und trotzdem müssen wir uns vor ihm schützen
So müssen wir Sie sogar nach Ihrem Namen, ihren Personalien fragen
Und bitten, alle zusammen immer sehr gut auf sich und andere aufzupassen
Und manchmal müssen wir sogar sagen: Hier kommst du nicht durch oder rein.
Genau das haben zur Zeit Jesu auch die Mütter erfahren, die Jesus ihre Kinder bringen wollten
Den Jüngern, die sagen: hier ist alles schon voll, das Haus Gottes ist für euch zu, im Reich Gottes gibt’s keinen Platz mehr für euch
Da sagt Jesus: Natürlich ist da Platz und genau der, der so einfach, spielerisch, bedürftig, reinen Herzens zu Gott kommt wie ein Kind, soll hier rein!
Wer wären wir denn, wenn auch wir unterscheiden würden zwischen denen und diesen, Guten und Bösen, Frommen und weniger frommen
Und weil Jesus das so wichtig ist, erzählt er nach der sogenannten „Kindersegnung“ noch eine Geschichte, die von dem Pharisäer und Zöllner handelt
Die haben beide einen langen Weg auf sich
Sie gingen „hinauf“ , auf den Hügel auf dem der Tempel liegt und die Treppe hoch zum Allerheiligsten, um zu beten.
Während der eine sich ganz oben und Gott ganz nahe fühlte, indem er sagt: „ich mache alles richtig, ich faste, ich bete, ich gebe Armen und Bedürftigen und der Kirche etwas von meinem Geld ab
Da sagte der andere: ich bin ganz unten, ich tue oft das Falsche, verpasse gute Gelegenheiten, denke immer erst nur an mich und möchte Gott um Entschuldigung bitten
Während sich also der eine ganz oben und toll fühlte und der andere ganz unten
Da zeigte der eine auch noch mit dem Finger auf den anderen….
Und was sagt Jesus jetzt dazu?
Der sagt: Gott setzt ganz andere Maßstäbe als wir Menschen, der schaut nicht mit der prüfenden Brille
Und der sagt: In meinem Haus ist genug Platz für euch für eine bereichernde Gemeinschaft,
In der wir auf Gottes Wort hören, darin lesen (also in der Bibel), um Gott auf die Spur zu kommen
Aber auch machen wir Musik und freuen uns, wenn wir wieder singen dürfen
Und wenn wir miteinander beten, singen und Gottesdienst feiern und Taufe feiern
Dann stellen wir uns alle unter Gottes Schutz, dass Gott uns behüte und beschirme
Und wie ein Schirm über unserem Leben sei
Damit es uns in den Stürmen des Lebens nicht einfach so wegpusten kann
Selbst wenn der Weg noch holprig ist
Und sogar wenn wir liebe Menschen an den Tod verlieren
Dann wissen wir doch: Niemand kann aus Gottes Liebe fallen
Gott ist der Maßstab unseres Lebens. AMEN

Gebet zum Tag (A. Stangenberg)
Gott, Ursprung und Ziel der Welt,
du lädst uns ein, das Leben zu feiern.
Dankbar zu sein für das, was wir haben und für Menschen, die wir lieben.
Dankbar zu sein für alles, was uns die Freude am Leben spüren lässt und die Angst nimmt vor dem, was unser Leben bedroht.
In Jesus Christus zeigst du uns immer wieder den Wert von Gerechtigkeit und Frieden und gibst uns einen Geschmack davon, dass auch wir in deinem Sinne leben können.
Wir möchten uns hinein nehmen lassen in die Welt des Glaubens, möchten vertrauen. Aber wir stehen uns dabei oft selbst im Weg.
Wir lassen uns die Zeit für dich rauben durch Nichtigkeiten.
Wir können uns nicht lösen von den Zwängen,
unter die uns andere setzen und manchmal wir selbst.
Wir sind zu beschäftigt, um uns berühren zu lassen von dem, was wirklich wichtig ist.
Gott, bewahre uns davor, unser Leben zu vertun.
Komm uns entgegen und erfrische uns mit deiner Barmherzigkeit.
Erbarme dich über uns. AMEN