Gottesdienst zuhause feiern am 16.08.2020 (Israelsonntag)
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Gottesdienst zuhause feiern am 16.08.2020 (Israelsonntag)

Wochenspruch Ps. 33,12:
Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!

Lied des Sonntags: EG 433

Psalm des Sonntags: Psalm 122 / Ein Wallfahrtspsalm.
Ich freute mich über die, die mir sagten: Lasset uns ziehen zum Hause des HERRN! Nun stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem. Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll, wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des HERRN, wie es geboten ist
dem Volke Israel, zu preisen den Namen des HERRN. Denn dort stehen Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David. Wünschet Jerusalem Frieden! Es möge wohlgehen denen, die dich lieben! Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen! Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen. Um des Hauses des HERRN willen, unseres Gottes, will ich dein Bestes suchen.

Predigttext zu diesem Sonntag: Röm. 11, 25-32
25 Ich will euch, Brüder und Schwestern, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist. 26 Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser; der wird abwenden alle Gottlosigkeit von Jakob. 27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.« 28 Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber nach der Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. 29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. 30 Denn wie ihr einst Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams, 31 so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. 32 Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme.

Erläuternde Gedanken
Am Israelsonntag geht es um das Verhältnis und die bleibende Verbindung zwischen Christentum und Judentum und die Treue Gottes, die beiden gilt. Das Volk Israel hat die eine herausragende Rolle in der Geschichte Gottes mit den Menschen – das “Bleiben an Gott” wird vorgelebt (oder auch nicht vorgelebt), und wir lernen bis heute in der Geschichte des Gottesvolkes mit seinem Gott, wie wohltuend eine vertrauensvolle, demütige, sich an Regeln gebundene und auch von Gesetzen freie Haltung positiv auf unser Leben auswirkt, wenn wir es mit dem “Gott der Väter und Mütter” führen wollen. Vieles von dem, was Jesus gelehrt hat, ist nur aus dem Judentum zu verstehen. Es ist unsere Pflicht und Aufgabe, immer wieder an die Traditionen des Gottesvolkes zu erinnern, in die Lebens- und Glaubenswelt Israels einzuführen, aber auch kritische Gedanken gelten zu lassen. So geht es immer wieder um die Frage: Wem gilt nun letztendlich die Gnade Gottes? Wer ist “erwählt”? Paulus diskutiert dies im Römerbrief, und kommt zu dem Schluss, dass wir hinter Gottes Erwählung seines Volkes nicht zurückkönnen, und es uns guttut, von Gehorsam und Ungehorsam der alten Zeit zu lernen. Was aber durchaus auch ermöglicht – aus jüdischer und christlicher Perspektive – gegenüber dem Israel der aktuellen Zeit kritisch gegenüberzustehen.

Gebet zum Tag (Sylvia Bukowski)
Gott, du sagst, was du tust und tust, was du sagst. Auf dich ist Verlass!
Öffne unsere Ohren für dein Wort und unsere Augen für deine Werke.
Säe Hoffnung in unser Herz und lass in unserem Leben und Handeln Vertrauen wachsen zu deiner Barmherzigkeit und Treue.
Ewiger und barmherziger Gott, Du hast Israel zu einem Zeichen deiner Treue gemacht unter den Völkern – bis heute stehst du zu deinem Bund.
Wir bitten dich für die jüdischen Menschen, die unter uns leben: lass sie hier eine Heimat finden, in der sie ohne Angst leben können. Wecke bei uns Interesse für sie. Lass gegenseitiges Vertrauen wachsen und schmiede uns zusammen, allen entschlossen entgegenzutreten, die alte Feindbilder propagieren.
Gott, wir bitten dich für den Staat Israel: Schütze alle, die in ihm leben, vor Terrorangriffen und bewahre sie davor, dass Angst und Hass die eigene Seele vergiften.
Gib den Regierenden Weisheit im Umgang mit den Umbrüchen in der arabischen Welt und ein offenes Ohr für die Proteste im eigenen Land. Lass aus dem Kampf für Gerechtigkeit eine neue Gemeinsamkeit
wachsen zwischen allen kritischen Bürgern im Nahen Osten, und stärke in allen Ländern die, die für Versöhnung eintreten.
Gott, du hast verheißen, dass alle Völker auf dein Wort hin verlernen werden, einander zu hassen und zu morden. Schwerter sollen zu Pflugscharen werden und es soll Genüge geben für alle, die hungern an Leib und Seele. Wir bitten dich um deiner Treue willen: Lass das bald geschehen! Schaffe Frieden für Israel und die ganze Menschheit. Wir hoffen auf dich! AMEN