Gottesdienst zuhause feiern am Sonntag “Kantate” 10.05.2020

Gottesdienst zuhause feiern am Sonntag “Kantate” 10.05.2020

Wochenspruch Psalm 98,1:
” Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.“

Lied des Sonntags: EG 316 Lobe den Herren
1) Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zuhauf, Psalter udn Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang hören!
2) Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret?
3) Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet!
4) Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet.

Psalm des Sonntags: 98 in einer Übertragung von Armin Juhre: Jubelt nicht unbedacht
Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er hat Wunder getan, und tut sie noch. Alles, was er wollte, hat er wahr gemacht, wer ihm recht ist, muss ihm dienen, niemand kann ihm widerstehen. Wer ihn kennt und bekennt, dem hält er die Treue, die Welt hat’s gesehn. Allen Völkern zeigt er, was Gerechtigkeit ist. Ihr Menschen auf der Erde, jubelt nicht unbedacht heute dem und morgen jenem zu! Der Herr aller Herren hat euch geschaffen, es ist Zeit, ihn zu rühmen. Wer singen kann, singe, wer nicht singen mag, klopfe den Takt, wer Gitarre spielt, schlage die Saiten. Mit Bass, Posaunen und Trompetenbringt ein Danklied dem Herrn aller Herren. Ozeane, Teiche, Tümpel, auf zum Tanz! Auf, ihr Flüsse aller Kontinente, Bäche, plätschert, Flüsse, braust! Auf ! Lasst euern Beifall rauschen! Festland, rede in tausend Sprachen, freu’ dich deiner vielen Völker, gelb und rot und schwarz und weiß. Der Herr wird kommen, die Völker zu regieren. Der Herr aller Herren wird kommen zur Zeit.

Predigttext zu diesem Sonntag: 2. Chronik 5, 2-14: Von der Einweihung des Tempels
2 Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des HERRN hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion. 3 Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat ist. 4 Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf 5 und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten. 6 Aber der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel, die bei ihm vor der Lade versammelt war, opferten Schafe und Rinder, so viel, dass es niemand zählen noch berechnen konnte. 7 So brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN an ihre Stätte, in den innersten Raum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim, 8 dass die Cherubim ihre Flügel ausbreiteten über die Stätte der Lade. Und die Cherubim bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her. 9 Die Stangen aber waren so lang, dass man ihre Enden vor dem Allerheiligsten sah, aber von außen sah man sie nicht. Und sie war dort bis auf diesen Tag. 10 Und es war nichts in der Lade außer den zwei Tafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den der HERR mit Israel geschlossen hatte, als sie aus Ägypten zogen. 11 Und die Priester gingen heraus aus dem Heiligtum – denn alle Priester, die sich eingefunden hatten, hatten sich geheiligt, ohne dass man auf die Abteilungen geachtet hätte –, 12 und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen. 13 Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN.
Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da wurde das Haus erfüllt mit einer Wolke, als das Haus des HERRN, 14 sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

Erläuternde Gedanken
Der erste Präsenz-Gottesdienst in der Coronazeit ist der Sonntag der Kirchenmusik „Kantate“. Er hat seinen Namen vom Wochenpsalm (98,1) und lädt die Gemeinde ein, in nachösterlicher Freude ihr Loblied anzustimmen. Doch das Singen ist noch untersagt. So ist es herausfordernd, einen Gottesdienst „Kantate“ ohne Singen zu gestalten. Der Predigttext schildert an diesem Sonntag ein gewaltiges Klangerlebnis bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem durch König Salomo. Nachdem die Bundeslade ihren Ort im Allerheiligsten unter den Flügeln der Cherubim eingenommen hat, musizieren 120 Priester mit Posaunen, alle Leviten mit Zimbeln, Psaltern und Harfen. Die Leviten bilden zugleich den Chor, der Gottes Güte mit einer formelhaften Wendung besingt. Die besondere Erfahrung an diesem Ereignis ist, dass Chor und Orchester als eine Stimme gehört werden. Unmittelbar danach erleben die Anwesenden, dass die Herrlichkeit Gottes sich als eine Wolke im Tempel niederlässt. Sie macht die Glaubenden gewiss, dass Gott im Tempel von Jerusalem gegenwärtig ist. Gottes optische Präsenz in Wolken- und Feuersäule ist dem Volk Israel seit der Wüstenwanderung vertraut (2. Mose 13,21 f.). In der Theologie des Chronisten tritt die akustische Erfahrung – gemeinschaftliches Klangerlebnis mit einer Stimme – hinzu. Zur Zeit des Chronisten hat sich der Kult mit gegliedertem Tempelpersonal bereits etabliert (1. Chronik 15,16-24).
Wieder wie „eine Stimme“ singen und musizieren, ist ganz praktisch an diesem Sonntag nicht möglich. Doch wird sich die sich erstmals wieder versammelnde Gemeinde freuen, überhaupt Gemeinschaft im veränderten und den Gegebenheiten angepassten Kirchraum wieder zu erleben. Die Herausforderung der Gemeindeleitung besteht darin, eine Stimme in dieser bewegten Zeit zu sein, die gehört wird, in Kirche und Gesellschaft.

Gebet zum Tag
Gott, du großer Musikliebhaber, wie gerne würde ich dir mein Lied singen, meine unverwechselbare Lebensmelodie. Doch gerade jetzt müssen wir auf Melodien hören, die uns nicht gefallen und das immer wieder in unsere Ohren lassen, was wir gar nicht hören wollen. Wir trauen uns noch nicht zurück in Normalität, trauen uns nicht, unsere Stimmen ertönen zu lassen.
Gott, ich möchte dir singen mit meiner Stimme, in Dur und in Moll, laut und leise, sanft und kraftvoll. Ich bitte dich: Lass mich deine Stimme hören und singe du mit mir. Sei du bei uns und hilf unserer Welt, dass wir bald wieder miteinander und für dich singen und spielen können.
So bitten wir im Namen Jesu, der an Deiner Seite ist und zugleich für uns da, heute und in alle Ewigkeit. AMEN