Gottesdienst zuhause feiern: Sonntag Jubilate 03. Mai
(c) Stangenberg

Gottesdienst zuhause feiern: Sonntag Jubilate 03. Mai

Wochenspruch 2. Kor. 5,17:
“Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Lied des Sonntags: Gott gab uns Atem


2) Gott gab uns Ohren, damit wir hören.
Er gab uns Worte, dass wir verstehn.
Gott will nicht diese Erde zerstören,
er schuf sie gut, er schuf sie schön.
Gott will nicht diese Erde zerstören,
er schuf sie gut, er schuf sie schön.

Gott gab uns Hände, damit wir handeln.
Er gab uns Füße, dass wir fest stehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln.
Wir können neu ins Leben gehen.
Gott will mit uns die Erde verwandeln.
Wir können neu ins Leben gehen.

Psalm des Sonntags: 66 (1-9)
Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht. Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort wollen wir uns seiner freuen. Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält.

Predigttext zu diesem Sonntag: Joh. 15, 1-8
Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Erläuternde Gedanken
Der Text stellt eine Selbstvorstellung Gottes in den Worten Jesu da. Jesus macht Gott konkreter, zum Anschauen und Anfassen. Das Bild vom Weinstock und seinen Reben war den Zeitgenossen Jesu vertraut, denn in Israel wurde viel Wein angebaut. Und schon im Alten Testament hatten Propheten Gott mit einem Weingärtner verglichen. So tut es auch Jesus, und sich selbst stellt er als den von Gott, dem Weingärtner, in die Welt gepflanzten Weinstock dar. An ihm sprießen und wachsen immer neue Reben, das sind wir. Immer wenn ein Mensch zu Gott kommt, ein Kind getauft wird, eine Erkenntnis oder ein Gefühl zum Glauben bringt – dann entsteht wieder ein neuer Zweig oder Ast. Und nur, wenn Stock und Ast, die ganze Pflanze fest verwurzelt und in gutem Boden mit ausreichend Wasser steht, nichts abknickt oder umgehauen wird, dann werden die Trauben wachsen und reifen, saftig und süß werden.
In Zeiten der Krise den Kontakt zum Weinstock nicht zu verlieren, ist nicht einfach. Die Frage ist: Leben wir in einer großen Dürre, oder sammeln wir in diesen besonderen Zeiten Saft und Kraft, und unser Glaube, unsere Hoffnung und unser Mut wächst zu Trauben vielleicht neuen Geschmacks und neuer Güte heran?

Gebet zum Tag
Gott des Lebens, die Stimmen der Vögel künden von dir: Alles wird neu, und was war, ist vergangen. Wir stehen vor dir, versammelt zum Lob, mit unseren brüchigen Stimmen, mit unseren suchenden Worten, und hoffen auf deinen Geist, der für uns spricht und singt. Das Alte, das uns noch gefangen nimmt, bringen wir vor dich: Das Leid der Menschen, ihre großen Sorgen und Bedenken; das Alltägliche, das zur Belastung wird; die Menschen, die uns fehlen, der Bewegungsraum, der uns einengt, und all die Freude und Leichtigkeit, die uns fehlt. Still stehen wir vor dir und bitten dich: Bring uns wieder zum Klingen! Dass wir uns verstehen, mit suchenden Worten; dass wir aufeinander hören, mit aufmerksamen Ohren; dass wir aufeinander achten, mit leuchtenden Augen, aus denen die Freude spricht: Du bist da für uns! Wir hoffen auf deinen Geist, der für uns spricht und singt, uns auferstehen lässt mit Christus und allem, was lebt. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Amen.