Gottesdienst zuhause feiern: Sonntag “misericordias domini” 26.04.2020

Gottesdienst zuhause feiern: Sonntag “misericordias domini” 26.04.2020

Wochenspruch Joh. 10,11a.27-28a:
“Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“

Lied des Sonntags: Kanon: Der Herr ist mein Hirte

2) Er führt mich zur Weide, Halleluja!
und zu frischem Wasser, Halleluja!
3) Bedroht mich auch Finsternis, Halleluja! ich fürchte kein Unheil, Halleluja!
4) Ich weiß, du begnadigst mich, Halleluja! dein Stab gibt mir Sicherheit, Halleluja!
5) Du deckst deinen Tisch mir, Halleluja!
und lädst mich zum Gastmahl, Halleluja!
6) So darf ich denn wohnen, Halleluja!
im Haus meines Vaters, Halleluja!

Psalm des Sonntags: 23 – Ein Psalm Davids.
Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Predigttext zu diesem Sonntag: 1. Petrus 2, 21b-25
Christus hat euch ein Vorbild hinterlassen: Bleibt auf dem Weg, den er voranging. Tretet in seine Fußstapfen und folgt ihm auf seinem Weg. Er hat kein Unrecht getan und hat kein unwahres Wort geredet. Wenn er beleidigt wurde, gab er es nicht zurück. Wenn er leiden musste, drohte er nicht mit Vergeltung, sondern vertraute darauf, dass Gott ihm zu seinem Recht verhelfen würde. Alle unsere Schuld hat er ans Kreuz hinaufgetragen, damit wir, der Sünde abgestorben, nun für das Gute leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Ihr wart wie umherirrende Schafe; jetzt aber seid ihr bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.
[Wichtiger Hinweis: Die Predigt zu diesem Sonntag wird sich nicht mit diesem, sondern mit dem Evangeliumstext aus Joh.10,11-16 befassen.]

Erläuternde Gedanken
„Hirtensonntag“ – so nennt man es, wenn heute der 23. Psalm gesprochen wird und uns im Gottesdienst Christus als guter Hirte vorangestellt wird. Das Bild des Hirten ist eines der wenigen, welches auch im religiösen Kontext zu Alt und Jung gleichermaßen spricht. Ein Hirte oder eine Hirtin wird assoziiert mit jemand, der auf einen aufpasst, für das Leben und Wohlergehen sorgt, auch auf steinigen Wegen begleitet, Bedürfnisse stillt und liebevolle Zuwendung zuteilwerden lässt. In der nachösterlichen Zeit werden unsere Augen erneut auf Christus gelenkt, der unser guter Hirte war und immer noch ist. Und wir werden auf den Weg der Nachfolge geschickt, auch gute Hirtinnen und Hirten zu sein. Ich bin sicher, gerade in diesen Zeiten gibt es Viele, die für alte und kranke, sich sorgende und die Zukunft scheuende Menschen als gute Hirten erweisen. Doch Christus kann noch mehr für uns alle sein: Ein Bischof (griechisch „episcopus“) ist – wörtlich – jemand, der den Überblick hat und einfühlsam, fach- und sachkundig beraten kann und dem wir unsere Seelen anvertrauen können. Ich denke, dass wir genau das tun sollten in diesen unsicheren Zeiten: Dem guten Hirten Jesus Christus unsere Seelen, unsere verzagten Herzen und all unsere Unwissenheit anvertrauen.

Gebet zum Tag
Du guter Hirte Jesus Christus, du unser Gott, du bist der Friede, der die Welt überwindet. Du bist das Wort, das belebt und verzeiht. Du bist das wahre Leben. Dir vertrauen wir uns an, heute und alle Tage. Amen.