Video “wahre Passion” – Lesung der Leidensgeschichte Jesu zu Karfreitag aus unseren Kirchen

Video “wahre Passion” – Lesung der Leidensgeschichte Jesu zu Karfreitag aus unseren Kirchen

 

Unter den Bedingungen von Corona haben wir anlässlich von Karfreitag keinen klassischen Gottesdienst als Film gestaltet, sondern eine Lesung der Passionsgeschichte, also der Leidensgeschichte Jesu nach dem Markusevangelium Kap. 14 u. 15. Warum? Weil die Passionsgeschichte für sich selbst spricht und die Wenigsten sie mal in Gänze gehört oder gelesen haben. Sie ist in doppeltem Sinn “wahre Passion”. Das Wort Passion aus dem Lateinischen bedeutet übersetzt zunächst einmal “Leiden”, aber im heutigen Sprachgebrach auch “Hingabe, Leidenschaft” In der Liebe Christi gehört beides zusammen, ist beides eine Seite derselben Medaille: hingebungsvolle Leidenschaft und Leidensweg bzw. Leidensbereitschaft. Das ist “wahre Passion”. Und jetzt mal eine Lehrstunde für die ewigen Christentums- und Bibelkritiker: Das Einzige, was wir über Jesus von Nazareth aus außerbiblischen Quellen wissen, ist dass er seinen Tod am Kreuz fand. Man kann also an vielem zweifeln, was den historischen Jesus betrifft oder über ihn gesagt wird, nur nicht daran, dass er seinen Weg bis zum Kreuz gegangen ist. Zwei Dinge mögen wir im Kreuz entdecken: Einmal all die Leiden und Leidenden dieser Welt, so auch die von Corona Betroffenen sowie Gestorbene und ihre Angehörigen. Gerade im erlebten Leid ist Gott mit seiner Liebe bei uns. Er kennt das alles. Es ist ihm zur Genüge vertraut. Und das Andere: Im Angesicht des Kreuzes mögen wir auch über unsere Sündhaftigkeit und Erlösungsbedürftigkeit als Menschen erschrecken. Denn, was Jesus ans Kreuz gebracht hat, war ja nicht der Zufall oder ein martialischer Gottesplan, sondern es waren die Untaten von Menschen. Das Kreuz von Jesus führt uns unsere (Un)Menschlichkeit und Erlösungsnotwendigkeit förmlich vor Augen. Das Kreuz von Jesus erschüttert uns und führt uns zur Umkehr, so wie auch das Kreuz von Corona viele zur Besinnung über das bisherige Leben und hoffentlich zu neuem gelingendem Leben führt.
Wie es der Zufall will, hat die Passionsgeschichte nach Markus zwölf unterschiedlich lange Texteinheiten, die von zwölf Gemeindemitgliedern in unseren beiden Kirchen im Wechsel gelesen werden, eingeschlossen ein Konfirmand. Ähnlich wie die zwölf Jünger, repräsentieren sie damit unsere Gemeinde und laden uns alle ein, Anteil zu nehmen an dieser Geschichte, die nicht Vergangenheit ist, sondern unsere Gegenwart ist und uns einen neuen Horizont eröffnet durch die leidenschaftliche Liebe Gottes. Außer den zwölf Lektoren/innen ist besonders zu danken Bernd Müsken für sein Orgelspiel und Martin Kischkoweit-Lopin für die Filmaufnahmen und technische Bearbeitung . Für Ostersonntag erwartet Sie übrigens ein schöner Filmgottesdienst, den Sie dann ebenso auf unserer Homepage und auf Youtube abrufen können. (Pfarrerin Andrea Stangenberg-Wingerning und Pfarrer Dr. Gerhard Wenzel)