Worte zum Tag: Gedanken zu Losung und Lehrtext Mittwoch 15.04.2020
Quelle: epd/GB

Worte zum Tag: Gedanken zu Losung und Lehrtext Mittwoch 15.04.2020

Der HERR, dein Gott, ist bei dir gewesen. An nichts hast du Mangel gehabt.
5. Mose 2,7
Paulus schreibt: In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten,; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich: als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.
2. Kor.6, 4.10
Losung und Lehrtext stehen ja immer in einer Art Korrespondenz oder Verbindung. Heute habe ich einen Moment länger darüber nachdenken müssen. Dann leuchteten mir die Beschreibungen von „Mangel“ und „arm sein“ auf. Im 5. Buch Mose steht der Satz am Ende einer Passage, die auf die Wüstenwanderung des Volkes Israel zurückblickt: Trotz aller Schwierigkeiten und anstrengenden Wege, so heißt es, hat das Wichtigste nicht gefehlt. Gott war allezeit bei euch, ihr habt nichts entbehrt.
Bei den Worten Mangel und Entbehrungen fällt mir in diesen Corona-Tagen natürlich wieder der Mangel an Gütern ein, die zu unserem täglichen Bedarf gehören: Toilettenpapier, Papiertaschentücher, Milch, Mehl, Hefe….. Wir haben tatsächlich auf leere Regale in den Einkaufsläden geblickt , sind den Regalauffüllern hinterhergelaufen und haben Schlange gestanden, um etwas zu bekommen. Unvorstellbares ist passiert – es gab tatsächlich einen Mangel an etwas, das doch für uns selbstverständlich und allzeit verfügbar war.
Wir erlebten uns zunächst in den Gemeinden auch als „arm“, weil wir plötzlich und unerwartet unsere Kirchen nicht mehr öffnen und zu Gottesdiensten nicht mehr einladen konnten. Und wir waren in den letzten Wochen ganz sicher nicht „allezeit fröhlich“, und werden es vielleicht auch noch nicht so bald wieder sein.
Wie füllt sich unsere Armut, unser Mangel? Mit dem Wort aus 5. Mose 2 werden wir erinnert, dass Gott unseren Mangel füllt mit seiner Gegenwart. Und im 2. Korintherbrief 6 ist es der Dienst, den wir tun können, der uns und andere reich macht, auch wenn uns vielleicht manches fehlt. Gott auf unserem Weg bei uns zu wissen, und so wunderbare kleine Dienste tun zu können, wie in dieser „kirchenlosen“ Zeit, erlebe ich als neuen Reichtum meines Lebens. Z.B. Gottesdienste online feiern, Briefe an Gemeindemitglieder schreiben und verteilen, zu Mitmachaktionen einladen und viel Resonanz bekommen, einander anzurufen oder von der Straße aus durchs Fenster einander zu begegnen, kleine Geschenke vor die Tür legen oder Alleinstehenden einen Einkauf mitzumachen….
Und ich bin sicher, uns fällt jetzt und in Zukunft noch viel mehr ein, einander reich zu beschenken und miteinander keinen Mangel haben. Dazu hilft uns Gott.
Ihre Pfarrerin Andrea Stangenberg-Wingerning