Was ist TAUFE?
Die TAUFE zählt zu den Sakramenten der Evangelischen Kirche. Sie geht auf Erzählungen in der Bibel zurück, z.B. auf die, in der Johannes der Täufer Jesus tauft (Mt 3, 13-17 / Mk 1, 9-11 / Lk 3, 21f). Dass die TAUFE Menschen zu Gottes Kindern macht, steht bei Paulus (Gal. 3, 26-29). Für Paulus wird jeder Mensch durch die TAUFE zu einem anderen Menschen, denn die TAUFE verbindet Menschen mit Jesus Christus und dadurch mit Gott selbst. Die TAUFE verbindet aber auch die Getauften untereinander. So ist die TAUFE sowohl ein festliches Ritual zur Aufnahme in eine christliche Gemeinde, wie auch der Beginn der Zugehörigkeit zur weltweiten Gemeinschaft der Christinnen und Christen. Die TAUFE ist einmalig und unwiderruflich lebenslang gültig. Sie wird überkonfessionell anerkannt. Die Zusage Gottes an den Menschen in der TAUFE bleibt auch bestehen, wenn sich ein Getaufter von der Kirche abwendet.
Wie geht TAUFE?
In einem Taufgottesdienst in der Kirche gießt ein Pfarrer oder eine Pfarrerin einige Tropfen Wasser über den Kopf des Täuflings und tauft „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Dazu versammelt sich der Täufling mit seiner Taufgesellschaft (Eltern, Paten, ggfs. Geschwister, Großeltern, Partner/in, Kinder) um einen Taufstein oder eine Taufschale. Wenn örtliche Gegebenheiten dies zulassen, sind – mit Beschluss der Gemeindeleitung – auch Taufen an einem Bach, Fluss oder See möglich, die zur Gemeinde gehören, sowie bei Freiluftgottesdiensten an anderen Orten (z.B. im Wald).
Wer kann getauft werden?
Menschen können in jedem Alter und jeder Lebenssituation zur TAUFE kommen. Begehren Eltern für ihre Kinder (Säugling, Kleinkind) die TAUFE, werden dem Kind PATEN an die Seite gestellt. Taufpaten müssen einer christlichen Kirche angehören, wird ein Kind evangelisch getauft, ist es ratsam, mindestens einen evangelischen Paten auszuwählen. Paten bringen eine sog. Patenbescheinigung (oder aktuelle Kirchenmitgliedschaftsbescheinigung) zur TAUFE mit, welche sie bei ihrem zuständigen Gemeinde- oder Pfarramt erhalten können.
Kinder, deren Eltern sich gegen eine frühe TAUFE entscheiden, können selbstverständlich trotzdem am Gemeindeleben und Religionsunterricht teilnehmen, und werden – wie auch getaufte Kinder – im Alter von 12/13 Jahren zum KONFIRMANDENUNTERRICHT eingeladen (in dessen Verlauf eine TAUFE möglich ist). Auch erwachsene Menschen jeden Alters können sich zur TAUFE entscheiden.
Die TAUFE wird auf einer Taufurkunde dokumentiert und – so vorhanden – im Familienstammbuch eingetragen. Taufpaten erhalten eine Patenbescheinigung.
Wie bereite ich die TAUFE vor?
Bitte setzen Sie sich wegen eines Termins und der Gestaltung der TAUFE frühzeitig mit Pfarrer Dr. Wenzel (für Rath-Heumar) und Pfarrerin Stangenberg-Wingerning (für Ostheim) in Verbindung. In einem TAUFGESPRÄCH können alle Einzelheiten geklärt werden.
Was gehört zur Durchführung der TAUFE?
1) Ja sagen
Ein Mensch, der getauft wird, wendet sich bewusst einem Leben mit Gott zu. Im Falle einer KINDERTAUFE bestätigen dies Eltern und Paten.
Das „Ja“ sagen zur TAUFE (auf eine sog. Tauffrage hin) gehört also unbedingt dazu. Die anwesende Gemeinde nimmt den Täufling in die weltweite Glaubensgemeinschaft auf. Daher wird von allen gemeinsam ein GLAUBENSBEKENNTNIS gesprochen
1) Der Taufspruch – er ist ein Segenswunsch aus der Bibel. Er wird während der TAUFE gesprochen und in die Taufurkunde eingetragen. Vorschläge für geeignete Taufsprüche sind angefügt, Sie finden aber auch unter www.taufspruch.de dazu Inspiration.
2) Die Taufkerze
Bei der TAUFE wird das Licht der Osterkerze weitergegeben an die Taufkerze. Sie steht so für das Licht des Lebens, das Christus für uns sein will. Die Taufkerze kann Ihnen auch helfen, den wiederkehrenden Tauftag als einen besonderen Tag zu gestalten. Oder sie verwenden die Taufkerze als „Lebenslicht“ zum Geburtstag. Ihre Gemeinde hält Taufkerzen für Sie bereit. Es ist aber auch möglich, eine eigene Taufkerze (mit Wachsverzierungen aus dem örtlichen Bastelgeschäft) zu gestalten oder im entsprechenden Handel zu erwerben und dann mitzubringen.
3) Das Tauflied
Zu einer TAUFE gehören auch Lieder, die die Zuwendung Gottes zu einem Menschen besonders zum Ausdruck bringen. Es gibt Vorschläge für Tauflieder, Sie können aber auch ein Musikstück mitbringen und abspielen oder selbst gestalten.
4) Die Fürbitten
Unter Fürbitten verstehen wir die Gebetsbitten am Schluss des Gottesdienstes, bei denen wir Gott Menschen in den unterschiedlichsten Situationen des Lebens im Gebet anvertrauen. Fürbitten für den/die Getauften lassen sich auch gerne ganz einfach in Form von „guten Wünschen“ formulieren (z.B. „Carina, wir wünschen Dir ein langes und fröhliches Leben…“), welche vom Pfarrer / von der Pfarrerin dann in eine Gebetsform eingebunden werden. Sehr gerne können Fürbitten oder gute Wünsche von der Taufgesellschaft vorbereitet und vorgetragen werden!
Fotografieren, Filmen, Video usw.
Das Wirken des Heiligen Geistes in der TAUFE lässt sich nicht fotografieren. Deshalb bittet das Presbyterium herzlich darum, während des Gottesdienstes nicht herumzulaufen, um den „einen Moment“ in Foto oder Film festzuhalten. Im Anschluss an den Gottesdienst bietet es sich an, in Film oder Bild Erinnerungen festzuhalten. Dazu stehen Ihnen auch die Pfarrer gerne zur Verfügung.
Nun wünschen wir Ihnen viel Freude bei der Vorbereitung Ihrer Tauffeier!

Apostolisches Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn. Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, ge-storben und begraben. Hinab gestiegen in das Reich des Todes. Am dritten Tage auferstanden von den Toten. Aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige, christliche Kirche. Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. AMEN

Vorschläge für Taufsprüche:
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Spricht Gott, unser Herr. (Jesaja 43,1)
Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt. (Ps. 91,11+12)
Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Röm. 8.14)
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. (Ps. 51,12)
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. (Ps. 23,1)
Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich. (Ps. 16,11)
Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen. (Mt. 5,9)
Lasst uns nicht lieben mit Worten, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. (1. Joh. 3,18)
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha 6,8)
Jesus Christus spricht: Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. (Matthäus 10,32)
Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben. (Römer 1,16)
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. (Psalm 103,11)
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. (Psalm 139,5)
Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber Gott lenkt seinen Schritt. (Sprüche 16,9)
Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache derer, die verlassen sind. (Sprüche 31,8)